Le Mans reloaded: Michael Roock & Uwe Alzen gewinnen erneut Klasse


Erfolg wiederholt: Porsche-Spezialist Michael Roock aus Leverkusen und Rennprofi Uwe Alzen haben am ersten Juli-Wochenende bei den berühmten „24h Le Mans Classic“ gegen 34 Konkurrenten erneut die Klasse GTS unter den Fahrzeugen der Epoche 1972 bis 1981 gewonnen. Mit ihrem Porsche 911 RSR 3.0 hatten sie an gleicher Stelle bereits vor zwei Jahren einen überzeugenden Klassensieg gefeiert – exakt zwei Jahrzehnte, nachdem Roock bei den „echten“ 24 Stunden von Le Mans quasi aus dem Stand die GT2-Wertung für sich entscheiden konnte. Diese Glanztat hatte dem Porsche-Kundenteam aus dem Rheinland internationale Anerkennung eingebracht, die bis heute anhält. 

 

„Uwe legte mit unserem Porsche bereits im Zeittraining eine Fabelzeit vor, die für Aufsehen gesorgt hat“, betont Michael Roock. „Eine Runde in 4.30,210 Minuten auf dem 13,6 Kilometer langen ,Circuit des 24 Heures‘ ist bärenstark.“ Das erste von drei jeweils einstündigen Rennen begann für das deutsche Duo am Samstag um 23 Uhr. In der Nacht fuhr Alzen den RSR noch alleine. Da sich ein Problem mit der Kupplung andeutete, tauschten die Leverkusener vorsichtshalber das Getriebe, bevor es um 7 Uhr am Sonntagmorgen und dann noch mal um 15 Uhr zum großen Finale auf die Piste ging. „Das Ersatzteil war etwas länger übersetzt, dadurch konnten wir den Motor auf den langen Vollgaspassagen – wir erreichen dort bis zu 265 km/h – schonen. Die legendäre Strecke ist eine große Herausforderung. Speziell in den superschnellen ,Porsche-Kurven‘ ist es sehr schwierig, die Ideallinie präzise zu treffen. Da spielt auch Erfahrung eine große Rolle.“

 

Uwe Alzen und Roock verbindet eine lange gemeinsame Geschichte. Anfang der 90er Jahre hatte der Betzdorfer seine Profikarriere bei dem Leverkusener Rennstall begonnen, zusammen gewannen sie unter anderem 1994 den Porsche Supercup. Auch Le Mans ist dem Nordschleifen-Spezialisten bestens vertraut: 1998 fuhr er als Porsche-Werksfahrer mit dem 911 GT1 auf Platz zwei der Gesamtwertung.

 

Reichlich Le Mans-Erfahrung brachte auch der Rennwagen mit, den Roock und Alzen am Wochenende erneut pilotierten: Der von einem 3,0 Liter großen Sechszylinder-Boxermotor angetriebene Porsche 911 RSR, von dem überhaupt nur 49 Exemplare gebaut wurden, war bereits vor 42 Jahren bei dem Langstreckenklassiker erstmals am Start – unter anderem mit Clemens Schickentanz am Steuer. Die Motorsport-Legende aus Coesfeld hatte sich mit exakt diesem Auto bereits zuvor den Europameistertitel für GT-Fahrzeuge gesichert. Ein Schaden an der Antriebswelle führte jedoch in Le Mans nach 74 Runden zum vorzeitigen Aus.

 

Mit einem zweiten Porsche 911 von Roock Sportsystem fuhr Rennprofi Claudia Hürtgen in der Klasse bis zwei Liter Hubraum (1966 – 1971) auf Rang sechs. Die Aachenerin behauptete lange Zeit sogar die Führung, nach dem Dreher eines ihrer beiden Mitfahrer fiel das Team jedoch zurück. Der 1968 gebaute, besonders leichte 911 T/R ist eines von nur 30 Fahrzeugen dieses Typs. Er nahm zwischen 1969 und 1971 drei Mal am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teil.